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Der flüssige Wald

Fischer in Burma. (Foto: R. Glsco)


DIE BEDEUTUNG VON REGENWALDFLÜSSEN FÜR DIE MENSCHEN
Die tropischen Flüsse haben immer eine wesentliche Rolle in der Ökologie des Regenwaldes gespielt, aber sie waren auch von Bedeutung im Leben von Waldbewohnern und Nicht-Waldbewohnern. Vor der Ankunft der Europäer bildeten sich lang gestreckte Zivilisationen und kleinere Gesellschaften entlang der großen Wasserstraßen, die als Transport- und Kommunikationswege dienten, als Handelsrouten und als Quellen von Fisch und Wasser. Doch wegen ihrer Lage an großen Flüssen waren solche Siedlungen die ersten, die verschwanden, entweder unter direktem Einfluss der Kriegsführung oder indirekt beeinflusst durch den Ausbruch europäischer Krankheiten.

Heute bleiben große tropische Flüsse bedeutende Formen von Infrastruktur und stellen günstige, verlässliche und einfache Mittel für Transport und Kommunikation dar. Große Flusshäfen wie Iquitos in Peru und Manaus in Brasilien sind Handelszentren, in denen Waldprodukte gegen Waren von außen eingetauscht werden. Häufig ist der einzige Zugang zu solchen Häfen, die durch den umgebenden Wald isoliert sind, auf dem Wasser oder durch die Luft möglich. Zum Beispiel gibt es keine Straßen, die nach Iquitos führen, und alle Baumaterialien, Autos und andere lebensnotwendigen Dinge müssen auf dem Fluss oder durch die Luft in die Stadt gebracht werden.

Außer der Tatsache, dass sie einen Weg für Handel und Kommunikation darstellen, stellen tropische Flüsse in Form von Fisch eine zentrale Proteinquelle für die Bevölkerung dar. In manchen Gebieten berichten die Fischer jedoch von geringeren Fängen da Überfischung ihren Tribut fordert. Der Fluss bietet auch Stadtbewohnern Dienste an, indem er die Böden der Umgebung bei jeder Überschwemmungssaison fruchtbar macht, und indem er die Tonnen von menschlichen Abfällen und Schadstoffen mit sich nimmt, die die Stadtbewohner in den Fluss ablassen.

Tropische Fische stellen für viele Stadtbewohner eine bedeutende Einkommensquelle dar, besonders im Gebiet des Amazonas, der der Lebensraum von etwa 3000 Fischarten ist. Viele der Fische, die man in den Aquariengeschäften der gemäßigten Zonen sieht, werden aus Brasilien und Peru importiert.

SEEN

Amazonian River Boat, Brazil 1999
Amazonisches Flussschiff, Brasilien 1999
Der peruanische Amazonas

Luftbild des mäandernden Flusses im Regenwald von Peru. Wenn man genau hinsieht, sind zur Mitte der Abbildung hin zwei Altwasserseen erkennbar. Einer ist beträchtlich "dunkler" als der andere, aber beide sind vom Hauptgerinne des Flusses isoliert.
Die große Mehrheit der natürlichen Flüsse im Tieflandregenwald sind Altwasserseen. Ein Altwassersee ist ein sichelförmiger See, der gebildet wird, wenn ein Fluss die Richtung ändert. Im Tieflandregenwald, wie etwa in den Teilen des Amazonasgebiets, in denen Schwemmböden vorherrschen, verlagern sich mäandernden Flüsse allmählich aufgrund von Erosion und Sedimentablagerung. Altwasserseen bilden sich typischerweise dann, wenn Schleifen des Flusslaufes so extrem werden, dass das Hauptgerinne eine neue, geradere Route herausspült, so dass die Flussbiegung vom Fluss abgesondert wird. Mit der Zeit wird der Abstand des Altwassersees vom Hauptgerinne immer größer. Die Wasserbedingungen ändern sich, während das Wasser zurückgeht.

Profil eines Altwassersees im peruanischen Amazonasgebiet

Die charakteristischen Eigenschaften eines Altwassersees hängen generell von seinem Alter ab. Jüngere Altwasserseen können von Flussströmungen "hinuntergespült" werden, besonders während der Überschwemmungssaison. Diese Seen neigen dazu, etwas trüber (weniger klar) und weniger säurehaltig zu sein als ältere Seen, die vom Flusslauf weiter entfernt sind.

Altwasserseen sind zentrale Habitate vieler Arten von Fischen und Wassertieren. Eine Anzahl beliebter tropischer Aquarienfische lebt ausschließlich in Altwasserseen, die auch das primäre Habitat von Riesenottern in Südamerika darstellen

Freistehende Seen im Regenwald existieren ebenfalls, obwohl sie nicht so eine große Fülle wie tropische Flüsse aufweisen. Ebenso wie Altwasserseen neigen sie dazu, säurehaltiger zu werden, wenn die Vegetation zurückgeht.

Der Tod des Lac Alaotra, Madagaskar


Fragen im Rückblick:
  • Weshalb ist der Amazonas von Bedeutung für die Einheimischen
  • Was ist ein Altwassersee?

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Fortsetzung: Bedrohungen für tropische Flüsse und Seen







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