Home  |   Regenwälder  |   Mongy  |   Tropische Fische  |   Englisch  |   Für Kinder  |   Fotos  |   News  |   Sprachen  |   Über die Site  |   Hilfe  |   Kontakt
Das Baumkronendach

Erwachsener Orang Utan in Indonesien (Photo von Jen Caldwell)


TIERE Die unglaubliche Vielfalt an Nahrungsquellen und die einzigartigen Nischen der Baumkronendachbäume unterhalten eine große Vielzahl an Tierarten. Tiere An Plätzen wie diesen, an denen Nahrung überreich vorkommt, richten Tiere ihre Gebiete ein, aber da das Baumkronendach durch seine Blätter die Sichtweite des Territoriums beinträchtigt, verlassen sich die meisten Tiere auf Geräuschsignale. Deshalb leben die lautesten Tiere der Welt in den Baumkronen. Viele Primaten stoßen Schreie aus, während die Vögel singen, um anderen mitzuteilen, dass sie in deren Territorium eindringen.

Trampelpfade, die häufig zu früchtetragenden Bäumen führen, und die von vielen Tieren im Laufe eines Tages benutzt werden, sind ausgetreten und meist frei von Epiphyten; es sind die Straßen auf den Bäumen. Ähnlich verhält es sich mit Gebieten im Baumkronendach, die frei von Vegetation sind, weil sie eine Art Flugschneise bilden, die von zahlreichen Vogelarten benutzt werden, vor allem von Raubvögeln, die von unten ihre Opfer angreifen. Diese Flugschneisen haben sich Fledermäuse und Vögel eingeprägt.

BLATTFRESSENDE SÄUGETIERE

Trotz der Fülle an Blättern im Baumkronendach sind nur wenige Säugetiere in der Lage diese auch zu fressen. Zellulose, aus der die Zellwände bestehen, ist schwer verdaulich, so dass blattfressende Tiere große Mägen benötigen, um die Mahlzeiten auch verarbeiten zu können. Ein großer Magen geht oft mit einem großen Körper einher, was für Baumkronendachbewohner verhängnisvoll sein kann, da die Zweige ihr Gewicht tragen müssen. Ähnlich verhält es sich bei Vögeln, denn die wenigen Arten, die sich auf Blattkost spezialisiert haben, brauchen eine extensives Verdauungssystem, was wiederum die Flugtauglichkeit beeinträchtigt. Es ist interessant, dass in der Alten Welt Säugetierarten, vor allem Primaten, sich von Blättern ernähren, während es in der Neuen Welt nur wenige Primaten gibt, die faserreiche Zellulose verdauen können. Säugetiere der Baumkronendächer, die in der Lage sind, sich von Blättern zu ernähren, sind Faultiere, Brüllaffen, Orang Utans und Schimpansen.

NEUE WELT


Faultier Peru 1995. Die Mutter wurde geschlachtet und gegessen, was diesem Tier auch bevorsteht, sobald es eine ausgreichende Größe erreicht hat.
Faultiere (Bilder) sind einzigartige Säugetiere die stark an das Leben im Baumkronendach angepasst sind. Sie gehören zu der Gattung Endentata (="Zahnlosen") obwohl sie Backenzähne besitzen, und sind in Zentral- und Südamerika endemisch. Es gibt sechs bis sieben Arten, die durch zwei auffallende Gruppen vertreten sind: das Dreizehenfaultier und das Zweizehenfaultier. Das Dreizehenfaultier ernährt sich ausschließlich von Cecropiablättern, während das Zweizehenfaultier, das hoch oben in den Baumkronen lebt, sich von einer Vielzahl an Blättern und Früchten ernährt. Das Dreizehenfaultier ist von Honduras bis Argentinien anzutreffen und wird von den Einheimischen "Ai" wegen seines schrillen Rufens genannt. Das Zweizehenfaultier oder "Unau" bewohnt die Waldgebiete von Nicaragua bis Bolivien und Nordbrasilien. Beide Arten sind überwiegend nachtaktiv. Damit das Wasser leichter an ihnen abperlen kann, wächst bei beiden Arten das Fell von der Bauchseite zum Rücken, da die Faultiere die meisten Zeit über Kopf an den Zweigen hängen. Die langsamen Bewegungen und das feuchte Klima in den Fellhaaren ermöglichen es Algen im Fell des Faultiers zu wachsen, so dass das Fell grünlich wirkt, was eine gute Tarnung gegen Räuber wie die Harpyie ist. Faultiere sind gut entwickelte blattfressende Säugetiere mit Mägen, die in viele Verdauungsabteilungen mit Zellulose verdauenden Bakterien unterteilt sind. Ein niedriger Stoffwechsel kombiniert mit Minimum an Bewegung und 15 Stunden täglicher Schlaf helfen dem Faultier Energie zu konservieren. Blattfresser müssen im Allgemeinen große Mengen an Nahrung aufnehmen, um ihre Anforderungen an Nährstoffe zu befriedigen. Blätter können bis zu einem Monat in den Innereien verbleiben und Kot und Urin werden einmal pro Woche ausgeschieden, wenn das Faultier zum Boden zu den Wohnplätzen herabsteigt.

: Das Fell des Faultiers ist ein sich geschlossenes Ökosystem: bei einer Studie wurden mehr als 950 Käfer auf einem einzigen Faultier angetroffen, die von den Algen leben, die im Fell des Faultiers wachsen. Das Fell bietet auch eine Wohnstätte für eine bestimmte Falterart, die vom Abstieg des Faultiers zur Entleerung abhängig sind. Wenn das Faultier den Boden erreicht, legt der Falter rasch seine Eier in den Kot des Faultiers und kehrt dann in das Fell des Faultiers zurück. Wenn die Eier ausgereift sind und die Raupen zu Faltern werden, besiedeln die Falter ein anderes Faultier.

Der routinemäßige Abstieg des Faultiers wirft eine interessante Frage auf - warum steigen die Faultiere vom Baum, wo sie doch so unbeholfen und langsam sind und setzen sich der Gefahr aus, einem Räuber zum Opfer zu fallen, anstatt aus der Höhe des Baums den Darm zu entleeren? Die Antwort liegt in der Komplexität des Ökosystems des Regenwaldes. Indem das Faul am Fuße des Cecropiabaumes, auf dem es wohnt, kotet, versorgt es den Baum mit einem wertvollen Dünger, was ein seltenes doch vitales Produkt im Regenwald ist.

Brüllaffen (Bilder) sind weitere Tiere des Baumkronendachs in der Neuen Welt, die von Blättern als Nahrung abhängen. Brüllaffen gelten als die lautesten Tiere laut dem Guinnessbuch der Weltrekorde , und ihre heiseren Schreie können über eine Entfernung von 16 km deutlich gehört werden. Dieser Rekord ist durchaus glaubhaft, wenn eine Gruppe lärmender Brüllaffen sich nähert. Die männlichen Brüllaffen, die sehr eng verwandt mit dem Klammeraffen, sind mit einer besonderen Stimmvorrichtung ausgestattet, die es ihnen erlaubt mit Gebrüll ihr kleines Gebiet ohne physikalische Konfrontation zu verteidigen. Brüllaffen leben in Horden von 5 - 20 Tieren (Durchschnitt) in denen die Weibchen und jungen Affen den größten Anteil ausmachen. Diese gedrungenen schwarzen Primaten, die bis zu 9 k wiegen, fressen bekantlich Blätter, auch wenn diese Art sich den Blätter des Baumkronendachst nur dann zuwendet, wenn Früchte knapp sind.

ALTE WELT


Orang Utan in Sumatra


Orang Utan in Sumatra


Orang Utan in Sumatra


Junger Orang Utan fbeim Fressen während er von einem Baum hängt


Orang Utan in Sumatra


Orang Utan in Sumatra


Erwachsener männlicher Orang Utan in Kalimantan


Orang Utan beim Klettern, während er Bananen im Maul hält

Weitere Orang Utan Bilder aus Kalimantan
Artikel über Orang Utans
Artikel über Affen
In der Alten Welt wenden sich nur wenige Affen des Baumkronendachs Blättern zu. Der Orang Utan, Asiens größter Regenwaldprimat, und der drittgrößte Primat der Welt gehört dazu. Der Orang Utan war einst in ganz Asien anzutreffen, ist aber jetzt nur noch in Nordborneo (die Orang Utan Unterart von Borneo) und auf Sumatra (die Orang Utan Unterart von Sumatra) vorzufinden. Männchen der Sumatraform können eine Größe von 1,6 m erreichen und 180 kg wiegen, die Spannweite der Arme ist mehr als 2 m. Die Borneo Orang Utans sind viel kleiner. Orang Utans belegen die mittlere Schicht des Baumkronendachs, wo sie sich von Blättern, Früchten und jungen Schößlingen ernähren und ab und zu von einem Vogelei. Orang Utans sind keine sozialen Tiere, sondern Einzelgänger, die keine Paarbildung haben. Interessanterweise ist das unsoziale Verhalten von Orang Utans nicht instinktiv, sondern angelernt. Mütter achten auf eine strenge Trennung und ziehen die Kleinen voneinander weg und lassen sie allein im Wald zurück. Das Einzelgängerverhalten ist von höchster Bedeutung für das Überleben im Regenwald, wo Futterbäume weit verstreut voneinander stehen. Ein Paar oder eine Gruppe von sich langsam bewegenden Orang Utans würde zwar ein bisschen mehr Futter finden als ein einzelner, aber das Futter müsste dann auf mehrere Mäuler aufgeteilt werden. Orang Utans teilen 98 Prozent unseres genetischen Aufbau und kümmern sich wie Menschen lange Zeit um den Nachwuchs. Und wie Menschen haben sie unterschiedliche Gesichter. Von Geburt an ist die Gesichtsstruktur eines Orang Utans mehreren Entwicklungsphasen während seines Lebens unterworfen: bei der Geburt ist das Gesicht unbehaart, Jugendliche haben Bart und erwachsene Männchen haben Backentaschen. Orang Utans bauen sich jede Nacht Schlafnester 5 -25 m über dem Boden und kehren nie zu einem früheren Nest zurück.

Orang Utans sind aufgrund des illegalen Handels mit gefährdeten Tierarten in Gefahr sowie den weiten Waldbabbau in Indonesien und Malaysia. WWF geht davon aus, dass von den 30.000 - 40.000 Orang Utans in der Wildnis jedes Jahr mehr als 1,000 gefangen genommen oder verspeist werden.

Schimpansen (), die genetisch gesehen die engste Verwandtschaft zum Menschen aufweisen, sind ebenfalls Blattfresser, sie nehmen aber auch Schößlinge, Samen, Rinde, Früchte und (weniger häufig) Insekten, Fische, Reptilien und kleinere Säugetiere zu sich. Schimpansen sind ihrem Heimatgebiet in West- und Zentralafrika stark durch die Zerstörung ihres Lebensraum und durch die Jagd gefährdet. Schimpansen sind aufrecht stehend bis zu 1,7 m groß, es sind starke Tiere, die sowohl auf Bäumen als auch auf der Erde leben.


Kontrollfragen:
  • Wie kommunizieren Tiere im Baumkronendach?
  • Warum fressen verhältnismäßig wenige Tiere Blätter als Grundnahrung?
  • Wo lebt der Orang Utan und warum ist er gefährdet?

[Englisch | Spanische | Franzsische]


Fortsetzung: Tierbewegungen im Baumkronendach







Google

MONGABAY.COM
Mongabay.com versucht das Interesse und die Wertschätzung der Wildnisse und ihrer Tierarten zu fördern , und zu erforschen wie sich Trends und Veränderungen im Klima, in der Technologie, in der Volkswirtschaft und in Finanzen auf die Umwelt und die Entwicklung auswirken.

Home  |   Mongy  |   Tropische Fische  |   Englisch  |   Für Kinder  |   Fotos  |   News  |   Sprachen  |   Über die Site  |   Hilfe  |   Kontakt

©2007 Rhett Butler